Gebissreihe III - einfach oder doppelt gebrochen


Jeder Reiter kennt es: das einfach und das doppelt gebrochene Gebiss. Beides gilt als Standard, doch wo genau liegen die Unterschiede und welche Wirkweise steckt hinter dem jeweiligen Gebiss?

Sowohl die einfach als auch doppelt gebrochene Gebissform findet man bei den meisten Gebissarten: Wassertrense, Olivenkopf, Baucher, … (hier geht es zu den unterschiedlichen Gebissarten).

Das einfach gebrochene Gebiss

Das einfach gebrochene Gebiss ist, wie der Name vermuten lässt, einmal gebrochen. Es besteht aus zwei außenliegende Seitenteile (z.B. die Ringe der Wassertrense) und zwei Gebissstücken, die in der Mitte miteinander verbunden sind. Durch den einfachen Bruch liegt die Wirkweise beim einfach gebrochenen Gebiss auf Laden und Zunge des Pferdes. Durch den Bruch im Gebiss sind, anders als z.B. bei einer Stange, auch einseitige Hilfen möglich. Zudem haben die Pferde bei dem einfach gebrochenem Gebiss die Möglichkeit dem Gebissdruck durch ein anheben der Zunge kurz zu entgehen. Bei wem die Alarmglocken nun klingeln und es im Kopf schreit "Nussknackereffekt!", der soll beruhigt sein, denn der sogenannte Nussknackereffekt ist mittlerweile widerlegt worden. Ein einfach gebrochenes Gebiss ist gerade für Pferde ohne Gebisserfahrungen (z.B. junge Pferde) gut geeignet, da der Druck nicht zu stark auf die Zunge einwirkt.

Das doppelt gebrochene Gebiss

Das doppelt gebrochene Gebiss besteht ebenfalls aus zwei Seitenteilen und zwei Gebissstücken, die allerdings nicht direkt miteinander verbunden sind, sondern jeweils an einem Mittelstück hängen. Der Name "doppelt gebrochen" kommt also von den zwei "Bruchstellen" des Gebisses. Das doppelt gebrochene Gebiss wirkt beim Pferd ebenso wie das einfach gebrochene Gebiss auf Laden und Zunge des Pferdes. Durch den doppelten Bruch wird jedoch die Zunge mehr umschlossen und das Gebiss liegt etwas ruhiger im Maul. Ein doppelt gebrochenes Gebiss kann bei starkem Zügeldruck sehr unangenehm auf das Pferd wirken, da dabei die Zunge eingeklemmt wird. Das Pferd kann dem Druck durch Anheben der Zunge nicht entgehen, wie beim einfach gebrochenen Gebiss.

Die richtige Wahl

Ob ein einfach gebrochenes Gebiss oder ein doppelt gebrochenes Gebiss besser für dein Pferd ist lässt sich pauschal nicht beantworten, da Pferde unterschiedlich auf Gebisse reagieren. Es sind Lebewesen, die auch die Fähigkeit haben Unwohlsein zu zeigen. Sollte deinem Pferd das Gebiss also nicht "schmecken" solltest du Zeichen wie einrollen, Kopfschlagen, "Mauligkeit", Zunge raussperren oder ein ungewöhnlich starker Druck gegen das Gebiss nicht ignorieren und dich weiter durch das Sortiment testen. Diese Zeichen müssen nicht zwingend beim ersten Ausprobieren auftreten, sondern können sich auch im Laufe einiger Wochen zeigen. Also behalte nach einem Gebisswechsel dein Pferd im Auge.

Solltest du Fragen zu Gebissen haben melde dich gerne bei uns. Wir helfen dir gerne weiter.