Gebissreihe IV - Die richtige Gebissgröße


Das Thema "das richtige Gebiss" ist sehr umfangreich. Nachdem ich mich mit den unterschiedlichen Gebissarten und -materialien beschäftigt habe und eine Auswahl für mein Pferd getroffen habe muss ich auch die passende Größe bestellen.

Dabei sollte nicht nach Gefühl entschieden werden, denn bei manchen Gebissen kann ein zu klein oder zu groß gewähltes Gebiss zu negativen Konsequenzen führen und auch der Komfort wird für das Pferd bei unpassenden Gebissen deutlich eingeschränkt.

Maulbreite richtig messen

Um die Maulbreite richtig zu messen gibt es verschiedene Hilfsmittel. Am einfachsten geht es wohl mit dem Gebissweitenmesser von Sprenger. Diesen könnt ihr euch in manchen Reitsportgeschäften ausleihen oder auch ganz einfach selber basteln mithilfe dieser Vorlage (https://www.bamur.de/media/image/9d/b9/e3/Gebissweitenmesser.jpg). Richtig skaliert ausgedruckt, auf Pappe geklebt und zusammengebaut (das steht alles auf der Vorlage drauf) habt ihr ein schnelles und unkompliziertes Hilfsmittel.

Die Gebissweite

Die Gebissweite messt ihr mithilfe des Gebissweitenmessers, indem ihr diesen entsprechend der Anleitung auf dem Gebissweitenmesser einsetzt. Dies klappt am besten, wenn ihr eine zweite Person zur Hilfe bittet, die den Pferdekopf möglichst ruhig hält. Der Gebissweitenmesser wird nun an den Maulwinkeln angesetzt und mithilfe der Striche kann die Maulbreite abgelesen werden. Um auf Nummer sicher zu gehen solltet ihr diesen Vorgang ein paar Mal wiederholen um ggf. Messfehler zu vermeiden.

Der durchgehende Strich zeigt die Größe für Wassertrensen an, der gestrichelte Strich für Trensen, die eng anliegen, wie z.B. Olivenkopf-, D-Ring-, Schenkeltrensen. Der Unterschied liegt meist zwischen 0,5 - 1 cm.

Alternative zum Gebissweitenmesser

Wer dem Gebissweitenmesser nicht traut oder keinen Drucker zur Hand hat kann die Gebissweite auch anders bestimmen. Dazu nimmt man ein möglichst großes Gebiss, ggf. geliehen, und legt es dem Pferd ins Maul. Nun zieht man das Gebiss leicht einseitig aus dem Maul, bis der Gebissring an der anderen Seite leicht anliegt. Mit Zeigefinger und Daumen halte ich auf der anderen Seite die Stelle fest, wo das Pferdemaul endet. Das Gebiss wieder entfernen und den Abstand zwischen Ring und festgehaltener Stelle messen.

Die Gebissstärke

Bei der Gebissauswahl trifft man neben der Angabe für die Gebissweite auch auf die Angabe der Gebissstärke, z.B. 14mm. Die passende Gebissstärke kann man mit einem einfachen Trick messen. Ihr nehmt euren Zeige- und Mittelfinger und legt diese übereinander in die Lade des Pferdemauls. Pferde empfinden dies zwar nicht als super angenehm, tut ihnen aber auch nicht weh. Verspürt ihr einen leichten Druck auf eure Finger liegt die Gebissstärke bei 14-16 mm. Ist der Druck stärker solltet ihr ein entsprechend dünneres Gebiss auswählen. Verspürt ihr kaum bis gar kein Druck auf euren Fingern, so hat euer Pferd viel Platz im Maul, sodass ihr eine dickere Stärke auswählen könnt.
Zur Orientierung: Bei großen Pferden liegt die Mindeststärke normalerweise bei 14mm. Bei Kleinpferden bei ca. 10 mm.

Das richtige Gebiss

Mit diesem Beitrag ist das Ende der Gebiss-Reihe erreicht. Mithilfe dieses und der vorherigen Blogbeiträge seid ihr nun in der Lage das passende  Gebiss auszuwählen. Solltet ihr euch nicht sicher sein stehen wir gerne für Fragen und für eine kostenlose Beratung zur Verfügung.