Hufwerkzeug - Erkennung und Benutzung


In schwerer Lederschürze, oft behangen mit großen Zangen und Messern und Nägeln stapft der Schmied in den Stall. Beeindruckend ist das Handwerk und auch definitiv nicht zu unterschätzen! Doch wie nennt man das Werkzeug eigentlich und wofür wird es genau verwendet?



Das Hufrinnenmesser

Ein Hufrinnenmesser hat jeder Pferdebesitzer sicherlich schon gesehen. Fun Fact: Das Messer ist meist für Links- und Rechtshändler geeignet, da die Klinge auf beiden Seiten schneidet. Das erleichtert dem Hufbearbeiter auch den Umgang, da er das Messer in beide Richtungen problemlos führen kann.
Das Hufrinnenmesser wird zum Ausschneiden der Hufe benötigt. Überschüssiges Horn der Hufsohle und des Strahls und das V des Hufstrahls werden ausgeschnitten.



Die Hufschneidezange

Am Kronrand des Pferdehufes wächst stetig neues Horn nach unten. Die Hufe werden in dem Zuge länger. Um die Hufe grob kürzen zu können greift der Hufbearbeiter zur Hufschneidezange. Damit wird der Tragrand des Hufes gekürzt. Das sieht oft leichter aus als es ist, denn gerade die Tragwand des Hufes ist (im Idealfall) recht hart.



Die Hufraspel

Mit der Hufraspel wird sowohl der grobe Schliff, als auch wortwörtlich der Feinschliff gemacht. Die Kanten vom abknipsen werden geglättet und der Huf in eine regelmäßige Form gebracht. Die Hufraspel ist dabei mit einer XXL-Nagelfeile mit einer groben und einer feinen Seite zu vergleichen. Die meisten Hufbearbeiter tragen bei der Verwendung dicke Handschuhe, denn diese schützen vor den Riffeln auf der Hufraspel. Viele Schmiede führen die Hufraspel auch mit zwei Händen gezielter zu arbeiten und mehr Druck ausüben zu können.



Weitere Zangen

Neben der Hufschneidezange gibt es noch die sogenannte Hufbeschlagszange. Diese ist für das abknipsen der frisch eingeschlagenen Nägel zu gebrauchen. Die abgeknipsten Nägel werden dann mit der Hufnietzange begradigt und "nach unten" gebogen. Um die alten Nägel beim nächsten Termin wieder zu entfernen nutzt der Hufschmied i.d.R. eine Nagelziehzange. Diese kann sich übrigens für die Stallapotheke als hilfreich erweisen, falls euer Pferd dazu neigt sich die Eisen abzutreten.

Die Hufuntersuchungszange

Als weiteres unerlässliches Werkzeug ist die Hufuntersuchungszange. Durch den ausgeübten Druck auf den Huf können empfindliche Stellen oder Verletzungen ermittelt und lokalisiert werden. Auch diese Zange ist als Bestandteil der Stallapotheke sinnvoll.



Weitere praktische Werkzeuge

Richtig praktisch ist ein Hufbock zum Auflegen des Hufes. Dies ist eine enorme Arbeitserleichterung und zudem noch schonend für den Rücken. Wer die Hufe des Pferdes bearbeitet sollte ernsthaft über die Anschaffung eines Hufbocks nachdenken.
Hammer, Nägel und Co. sollten nur in die Hände eines ausgebildeten Hufbeschlagsschmiedes gelegt werden. Als Laie können sonst starke Verletzungen verursacht werden.