Longieren kann mehr als sich im Kreis zu drehen


Longieren ist und bleibt eine Kunst für sich - manche lieben es, für manche ist es ein notwendiges Übel. Doch Longieren muss nicht einseitig und langweilig sein. Es gibt viele Variationen und Möglichkeiten das Longieren für Dich und Dein Pferd abwechslungsreich zu gestalten.

Halfter, Trense oder Kappzaum

Bereits bei der Frage nach dem richtigen Equipment scheiden sich die Geister. Halfterlonge, longieren mit Trense oder doch mit Kappzaum? Fakt ist: Es gibt keinen wirklichen richtigen oder falschen Weg, denn einige Pferde laufen am Halfter locker vor sich hin, andere kommen mit einem Kappzaum besser zurecht. Auch in der Handhabung gibt es für den Longenführer einiges zu beachten, denn wenn Longenparaden bei der Halfterlonge nicht so direkt ankommen wie bei der Trense muss man trotzdem sensibel und feinfühlig sein. Ebenso beim Kappzaum, mit dem der Longenführer deutlich mehr Kontrolle über das Pferd gewinnt. Welche Kopfzäumung gewählt wird liegt maßgeblich am Pferd, der Erfahrung des Longenführers und der Art des Longierens (z.B. Trense bei Doppellonge).



Halfterlonge und Kappzaum

Beim Longieren mit dem Halfer und dem Kappzaum wird mit einer einfachen Longe longiert. Hier gibt es unterschiedliche Modelle, ob schlicht, bunt, extra lang oder kurz - alles eine Frage des eigenen Geschmacks. Ebenso gibt es bei Halftern und bei der Auswahl des richtigen Kappzaums eine große Auswahl. Wichtig, unabhängig von der Entscheidung, welches Equipment gewählt wird, ist die Passform. Ein Halfter sollte nicht groß verrutschen beim Longieren und womöglich mit der Schnalle an oder in das Auge drücken, genau wie z.B. der mittlere Ring eines Kappzaums auch in der Mitte sitzen bleiben sollte.



Kreis um Kreis, das war gestern

Longieren kann sehr langweilig werden, vor allem, wenn man das Pferd lustlos Kreis um Kreis um Kreis vor sich hin joggen lässt. Zu jedem longieren gehört auch eine treibende Hilfe und ebenso leichte Paraden - ähnlich beim Reiten. Zudem kann man mithilfe von Stangen, Dualgassen oder Cavaletti etwas Pepp in das Longieren bringen. Auch unterschiedliche Untergründe, wie z.B. eine große Plane sind eine gute Übung für die Koordination und Konzentration deines Pferdes. Ebenso können viele und schnelle Übergänge helfen dein Pferd mehr zu motivieren und den Spaß an der Longenarbeit zurückzubringen.



Doppellonge

Wer Lust auf was neues hat kann sich auch an der Arbeit mit der Doppellonge probieren. Hierzu ist es sinnvoll sich zunächst mit dem Thema auseinanderzusetzen, denn neben dem Equipment, welches aus einer Doppellonge, einer Peitsche, eines Longiergurtes und ggf. Umlenkrollen besteht, ist ein solides Grundwissen über die verschiedenen Arten der Verschnallung und der Hilfengebung sinnvoll. Hierzu gibt es eine tolle und verständliche Erklärung von Nordfalben.
Die Doppellonge bietet bei richtiger Handhabung einige Vorteile, wie z.B. dass das Pferd jederzeit gestellt und gebogen werden kann, dass jederzeit und schneller ein Handwechsel vorgenommen werden kann, dass die Doppellonge eine gute Möglichkeit zur Lösung des Pferdes ist und dass bei der Doppellonge auch immer die Möglichkeit des Hingebens besteht, wodurch das Pferd schön in eine Dehnungshaltung kommen kann.



Safety first

Wie auch bei allen anderen Tätigkeiten mit Pferden sollte die Sicherheit immer an erster Stelle stehen. Daher nochmal kurze Fakten, die vor Unfällen bewahren können:

  • Longieren immer nur mit Handschuhen
  • bei unseren Pferden eine Person bitten die ersten Runden am Pferd mitzulaufen (vor allem bei der Doppellonge
  • niemals die Longe um das Handgelenk binden oder fest mit dem Körper verbinden
  • bei der Doppellonge niemals die Longe hinter den Füßen oder hinter dem Körper herführen


Und nun - Longe los! Viel Spaß beim Training!