Scheren - aber wie?


Die Tage werden kürzer, das Wetter kälter und die Haare scheinen nur so zu sprießen. Der Entschluss ist gefasst: Der Pelz muss ab! Aber wie stelle ich das richtig an?



Vorbereitung ist alles

Ist die Entscheidung getroffen ein Pferd zu scheren sollte man dies vorbereiten. Hat man einmal begonnen kann man schlecht wieder stoppen, weil etwas vergessen wurde.
Was wird also zum Scheren benötigt:

  • Schermaschine (mit Kabel oder voll geladenem Akku)
  • Schermaschinenöl (normalerweise im Set enthalten)
  • Kleiner Pinsel für die Schermaschine (normalerweise im Set enthalten)
  • Schraubenzieher zum Einstellen der Schermaschine (normalerweise im Set enthalten)
  • Ein Stück Kreide, falls ein Stück stehen gelassen werden soll (z.B. Teilschur, Sattellage)
  • Eine feine Bürste


Die Grundvoraussetzung für das Scheren ist ein trockenes und sauberes Pferd, dazu eine gut geölte Schermaschine mit scharfen Messern.
Habe ich meine Utensilien zusammen und mein Pferd vorbereitet, sollte ich zunächst die Schur in Ruhe mit der Kreide anzeichnen. So kann ich z.B. die Sattellage anzeichnen und weiß, welcher Bereich stehen gelassen werden muss. Mit dieser Methode erreicht man zusätzlich, dass beide Seiten möglichst gleich aussehen.
Um die Mähne nicht mit abzuscheren empfiehlt es sich die Mähne in kleinen Zöpfchen nach oben zu binden (wie kleine Palmen nach oben). Bei langer Mähne kann man die Mähne auch von der einen zur anderen Seite legen.
Das Scherblatt sollte natürlich scharf sein, sodass die Schermaschine leicht durch das dicke Fell gleiten kann. Bei neuen Schermaschinen sind die Blätter vorgeschliffen. Nach ein paar Benutzungen sollten die Blätter zum Schärfen gegeben werden.
Bevor ich die Schermaschine ansetze zeige ich meinem Pferd erst einmal ich die Schermaschine in ausgeschaltetem, dann in eingeschaltetem Zustand. Manche Pferde empfinden das Geräusch als störend und brauchen ein wenig, um sich daran zu gewöhnen.

Aller Anfang ist schwer

Der Anfang sollte am Hals oder der Schulter erfolgen und in fließenden Bewegungen durchgeführt werden. Hier hat das Pferd die Möglichkeit sich auch am Anfang nochmal zu bewegen und man selber ist außerhalb der Reichweite der Hinterhand. Die Sicherheit geht schließlich immer vor! Möchte ich den Kopf und die Beine mitscheren empfiehlt es sich dies, wenn ich noch etwas länger zum Scheren brauche, möglichst am Anfang zu machen oder dies auf den nächsten Tag zu verlegen. Dies sind Stellen, an denen das Pferd möglichst still halten sollte, daher empfiehlt es sich dies am Anfang zu machen, da die Geduld dort noch am größten ist.

Lange Züge, dann geht es schneller

Beim Scheren versuche ich möglichst lange und gleichmäßige Züge zu machen immer entgegen der Fellrichtung, sofern es sich um leicht zugängliche Stellen handelt. Ist das Pferd an manchen Stellen empfindlich, so haben sich etwas kürzere Züge bewährt (gerade Richtung Bauch). Die Schermaschine wird dabei körpernah am Pferd entlang geführt.

Zwischendurch Pausen einlegen

Alle 10-15 Minuten sollten kurze Pausen eingelegt werden. Zum einen wird das Pferd es danken und sich genüsslich ein Leckerli schmecken lassen, zum anderen sollte die Schermaschine zwischendurch grob gereinigt und immer wieder nachgeölt werden. Dafür nutzen wir den Pinsel und das Schermaschinenöl. Wie die Maschine geölt werden sollte in der Anleitung beschrieben sein. Die Öl-Pause ist ebenfalls gut für die Maschine damit sie nicht heiß läuft. Merkt man in der Hand beim Scheren, dass die Maschine heiß wird sollte direkt eine Pause eingelegt und die Maschine etwas abgekühlt und neu geölt werden.

Nach der Schur

Nach der Schur sollte das Pferd gründlich von dem Fell und den losen Haaren befreit werden. Hier empfiehlt sich eine feine Bürste. Die losen Haare stechen das Pferd und führen so zu Juckreiz. Daher nach Möglichkeit das Pferd waschen oder sehr gut abbürsten.
Da das Pferd nun keinen schützenden Mantel mehr hat sollte es natürlich direkt eingedeckt werden. Auch hier empfiehlt es sich die Decke am nächsten Tag nochmal gut auszuschlagen und abzubürsten, damit die letzten losen Haare sich dort nicht festsetzen.